Schlaf im betrieblichen Gesundheitsmanagement

Träumen Sie noch oder schlafen Sie schon?

28.06.2019

Insgesamt wird jeder zweite Erwachsene in allen entwickelten Ländern (etwa 800 Millionen) in der kommenden Woche nicht die erforderliche Schlafmenge von sechs bis acht Stunden erreichen. Die Vernachlässigung des Schlafes zieht sich durch alle Industrienationen, aus diesem Grund bezeichnet die Weltgesundheitsorganisation den Schlafmangel in der Gesellschaft mittlerweile als globale Gesundheitsepidemie. Welche Folgen hat das für die Industrie und warum nehmen viele Unternehmer wie zum Beispiel das Unternehmen IKEA in Chemnitz den Schlaf Ihrer Mitarbeiter sehr ernst und als wichtigen Bestandteil in Ihr betriebliches Gesundheitsmanagement auf?

„Ich habe sehr oft das Gefühl, ich habe die ganze Nacht nicht durchgeschlafen und bin sehr oft wach – da stimmt doch was nicht?“ Das sind meist die ersten Aussagen, wenn die Teilnehmer am Gesundheitstag der ersten Station mit dem Titel „Träumst Du noch oder schläfst Du schon?!“ in einem Schlafparcour gegenüberstehen. Heute findet der Parcour im Rahmen der Kooperation mit der AOK Plus zum Gesundheitstag für die Mitarbeiter der IKEA in Chemnitz statt. Die Schlafcoaches der magisan GmbH haben dazu den Auftrag erhalten, die Mitarbeiter mit einem proaktiven Erlebnissparcour fit zum Thema Schlaf zu machen – für sich selbst und ihre Kunden.

Das Thema „besser Schlafen“ ist schon seit Jahren ein sehr populäres und beliebtes Thema und häufig in Publikums- und Fernsehzeitschriften zu finden. Schließlich trifft es jeden von uns am frühen oder späten Abend. Aber was hat das mit Betriebswirtschaft zu tun und warum treffen immer mehr Unternehmer auf dieses Thema, gerade wenn es um Kosten & Effizienz geht?

Schlaflosigkeit kostet Unternehmen Geld. Ein unabhängiger Bericht der RAND Corporation zeigte Finanzdirektoren und Geschäftsführern auf, dass Personen, die im Schnitt weniger als sieben Stunden pro Nacht schlafen, enorme Steuerausgaben & Kosten verursachen. Dort heißt es, dass unzureichender Schlaf, die meisten Länder mehr als 2% Ihres Bruttoinlandsproduktes kostet. Auf Platz 4 folgt auch Deutschland mit 1,6%. Eine weitere Studie über vier große US-Unternehmen kam zu dem Ergebnis, dass unzureichender Schlaf pro Jahr und Mitarbeiter fast 2.000 US-Dollar an Produktionsausfall kostet

Wieso sind unausgeschlafene Menschen so kostspielig? Viele führende Unternehmen, die uns auf den großen BGM-Messen wie Corporate Health Convention in Stuttgart und BGMpro in Leipzig besucht haben, zeigen großes Interesse an der Schlafqualität Ihrer Mitarbeiter, weil Sie den Einfluss auf die Leistungskennzahlen klar erkennen können. Denn hinter Produktivität und Anwesenheit der Mitarbeiter verbergen sich die Ergebnisse aus Motivation, Leistungsbereitschaft, Urteilsvermögen, Innovation, Intelligenz und Effizienz. Das sind alles Bereiche, die bereits nach einer kurzen Nacht oder mehreren schlaflosen Nächten, spürbar für Jeden von uns, in den Keller sinken. Diese Konsequenzen summieren sich dann noch für den Erfolg eines Unternehmens, wenn sowohl Führungskraft als auch Mitarbeiter überarbeitet und unausgeschlafen sind. Die einst vielgerühmte Unternehmenskultur, nach der wenig Schlaf zum Erfolg führt, ist offensichtlich in jeder Hinsicht falsch. Guter Schlaf bedeutet gute Wirtschaftsleistung.

Die Lösung: Immer mehr zukunftsorientierte Firmen passen Ihre Arbeitsweise an diese Forschungsergebnisse an und integrieren das Thema Schlaf als festen Bestandteil in ihr betriebliches Gesundheitsmanagement für alle Mitarbeiterebenen. Dabei werden die klassischen Themenfelder wie Ernährung, Bewegung und Entspannungstechniken nicht vernachlässigt, schließlich sind dies auch große Einflussfaktoren für einen guten Schlaf.

Das Unternehmen IKEA in Chemnitz geht sogar noch einen Schritt weiter und will seinen Beitrag zu einem besseren Schlaf nicht nur für Ihre Mitarbeiter leisten, sondern darüber hinaus auch das Bewusstsein Ihrer Kunden für den gesunden Schlaf öffnen. Frau Michel ist People & Culture Manager bei IKEA Deutschland GmbH & Co. KG und erklärt uns das neue Konzept.

Frau Michel, wie sind Sie persönlich und als Arbeitgeber mit dem Thema Schlaf in Berührung gekommen?

Frau Michel: Als verantwortungsbewusster Arbeitgeber haben wir das Thema Gesundheitsvorsorge und Prävention natürlich immer auf unserer Agenda. Viele Menschen haben heute Schlafprobleme. Die Bedeutung von Schlaf für Gesundheit und Wohlbefinden wird unterschätzt. Dabei führt Schlafmangel zu gesundheitlichen Problemen und hat Auswirkungen auf die mentale Leistungsfähigkeit und das psychische Wohlbefinden. Hier möchten wir ansetzen und unsere Mitarbeiter dafür sensibilisieren, wie positiv sich guter und ausreichender Schlaf auf ihr Wohlbefinden auswirken kann.

Welche Rolle spielt „Schlaf“ in 2019 bei IKEA?

Frau Michel: IKEA will dazu beitragen, dass das Thema guter Schlaf stärker ins öffentliche Bewusstsein kommt. Deshalb rücken wir den Schlaf in den nächsten Jahren in den Fokus unserer Arbeit: Dazu gestalten wir alle Schlafzimmerabteilungen in den IKEA Einrichtungshäusern neu, um unseren Besuchern zu zeigen, wie die Schlafumgebung gestaltet werden kann, um guten Schlaf zu fördern. Wir schulen unsere Mitarbeiter in speziell entwickelten Trainings, um sie zu noch besseren Schlafexperten auszubilden. Und wir kommunizieren auf unterschiedlichen Kanälen zu diesem Thema, um möglichst viele Menschen zu erreichen.

Welchen Mehrwert versprechen Sie sich von der Aufklärung der Mitarbeiter zum Schlaf?

Frau Michel: Wir wollen unsere Mitarbeiter dabei unterstützen, etwas für ihre Gesundheit und Wohlbefinden zu tun. Außerdem freuen wir uns, wenn unsere Mitarbeiter ihr Wissen auch an unsere Kunden weitergeben.

War der Schlafparcours für Sie eine gute Möglichkeit wichtiges Wissen den Mitarbeiter zu vermitteln?

Frau Michel: Ja, der Schlafparcours kam bei unseren Mitarbeitern sehr gut an. Immer zahlreicher kamen die Teilnehmer, da sich schnell herumsprach wie gut diese Veranstaltung ist. Die einzelnen Stationen waren sehr informativ und die Referenten haben die Inhalte sympathisch, interessant und verständlich vermittelt. Es hat Spaß gemacht, den Parcours zu durchlaufen und dabei viele wichtige Informationen zu erhalten, wie man den eigenen Schlaf verbessern kann.

Im Rahmen dieser BGM-Veranstaltung wurden die Mitarbeiter in kleinen Gruppen durch einen Parcour mit bis zu sechs Stationen von den Schlafcoaches der magisan GmbH geführt.  Im Austausch mit den Schlafcoaches lernen sie beispielsweise, dass es ganz normal ist, dass der Mensch bis zu 28-mal wach wird in der Nacht. Diese Wachphasen fallen aber sehr kurz aus, sodass wir Menschen sie oft gar nicht wahrnehmen können. Unter die Kategorie „Wach“ wird dann aber häufig auch der Leichtschlaf eingeordnet. Dieser findet idealerweise in rund 60% der Schlafenszeit und das ist auch gut so. Denn früher war es für den Menschen überlebenswichtig Erholung und Ruhe im Leichtschlaf in den Höhlen oder Wildnis zu finden. Dabei bleibt ein Teil der Gehirnhälfte im Schlaf aktiv für die Geräusche und Bewegungen in der Umgebung und soll uns so im Falle einer Gefahr, schnell wecken und die Flucht vor Tieren oder einem anderen Feind ermöglichen. Es wird vermutet, dass unser Leichtschlaf noch ein Relikt aus der Evolution ist. In den weiteren Stationen begegnen die Mitarbeiter weiteren Themen wie Stressmanagement, Schlafhygiene und sie lernen aktive Entspannungsmethoden und die wichtige Rolle von Ritualen kennen. Am Ende der Veranstaltung stehen die Schlafcoaches den Teilnehmern noch für ein persönliches Gespräch mit individuellen Hilfestellungen und Tipps zur Verfügung.

Ziel dieser BGM-Veranstaltung ist hier Bewusstsein und Wissen zum Schlaf mit Humor, symbolisch & plakativ verpackt, proaktiv im Austausch an die Mitarbeiter weiterzugeben. Dieses Wissen zum persönlichen Schlaf ist für viele Teilnehmer bereits der erste Schritt zu einem erholsameren Schlaf.

Quellen:

RAND Corporation, “Lack of Sleep Costing UK Economy Up to £40 Billion a Year.”

Zugriff über http://www.rand.org/news/press/2016/11/30/index1.html

Webb, W.B, und Levy, C.M.: „Effects of spaced and repeated total sleep deprivation”, Ergonomics 27, Nr. 1 (1984);45-58

National Sleep Foundation, 2013 International Bedroom Poll

Zugriff über https://sleepfoundation.org/sleep-polls-data/other-polls/2013-international-bedroom-poll

„Das grosse Buch vom Schlaf“, Prof. Dr. med. Matthew Walker

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